Mit dem Boot 4.0 beim BDVT RC-Abend in Berlin/Brandenburg

„Die Wildnis ist nicht ein Ort, den wir besuchen - sie ist unsere Heimat.“ Dieses Zitat von Gary Snyder ist sicherlich dem ein oder anderen Teilnehmer am BDVT-Vortragsabend in Berlin im Kopf geblieben. Den Teilnehmer*innen, Mitgliedern und Gästen dieser Veranstaltung sind sicherlich genauso gut meine vorgestellten Methoden und Ideen an diesem Abend im Gedächtnis geblieben. Denn in allem, was ich tue, liegen mir die Vielfalt und der Praxisnutzen am Herzen, sodass jeder das Gelernte ganz leicht in seiner eigenen Arbeit integrieren kann. 

So kann ich ein Lagerfeuer anzünden, das nicht brennt, um das sich die Teilnehmenden versammeln und in spontan vertrauter Runde aus ihrem Leben erzählen. Jeder der Teilnehmenden konnte so auf 2016 zurückschauen und sich an Dinge erinnern, für die er/sie dankbar ist. Und dies auch in dieser Runde teilen. 

Wie wandelbar ich sein kann, zeigte ich nicht nur in meiner Wäscheleinen-statt PowerPoint-Präsentation zum eigentlichen Thema: Dem Gold-Gewinn in 2016 beim deutschen Trainerpreis des BDVT, welches ich mit meinem Outdoor-Coaching-Projekt Boot 4.0 – zurück zum Wesentlichen, gewonnen habe. Im Laufe des Abends schlüpfte ich in völlig unterschiedliche Rollen und war mal Tagebuchschreiberin (Liebes Tagebuch...), Talkshow-Gastgeberin und Beichtmutter. Mein „Beichtstuhl“, zwei Plätze hinter meiner Pinnwand gelegen, verbirgt Trainer*in und Teilnehmer*innen voreinander. Die übrigen Teilnehmenden hören sehr genau hin, was da hinter der Wand leise gesprochen wird.

An jeder BDVT-Veranstaltung schätze und liebe ich diese erlebte Vielseitigkeit, aber auch die Möglichkeit, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Coaches, Trainer und Berater erhalten inspirierende Inspirationen, die sie unmittelbar in ihrer eigenen Arbeit ausprobieren können. 

Nach dem Motto „Wissen wird mehr, wenn wir es teilen“ öffnete ich meinen Methodenkoffer und erklärte auch einzelne Werkzeuge, die ich in Coachings gerne einsetze. Diese sind zum Beispiel das Lagerfeuer als Ort der Öffnung, Bäume und andere Wesen der Natur sowie das bereits erwähnte „liebe Tagebuch“ oder auch die Predigt. Manchmal muss ein Coach einfach die Schältechnik anwenden, um zum Kern vordringen zu können. Sehr hilfreich ist auch die Kiste der Geheimnisse, aus der sich der Klient einen Zettel mit einem Geheimnis herausnehmen darf, wenn er selbst eines hineinlegt. 

Neben den Methoden haben meine Teilnehmer*innen gerade auch diese Thesen für spannend empfunden. Ich empfehle immer, dass der Coach schon da gewesen sein muss, wo er mit dem Klienten oder der Klientin hinwill. Außerdem finde ich, dass ein Coach gerne etwas von sich preisgeben darf, denn das schafft Vertrauen. Manchmal kann auch einfach der Bezug auf etwas Höheres, Mächtigeres nützlich sein. Dies erleben wir automatisch, wenn wir uns auf die Natur einlassen.

Wie beschreibt Friedrich Nietzsche so treffend: „In der Natur fühlen wir uns wohl, weil sie kein Urteil über uns hat.“ Da spricht er mir aus dem Herzen. Jeder ist in ihr willkommen.


Zurück