Zum plötzlichen Tod von Bernd Isert

Vorgestern Abend erreichte mich die Nachricht vom Tode Bernd Iserts. Erst gab es keine Worte, die unmittelbare Fassungslosigkeit ist nun der Trauer gewichen. Über die sozialen Medien erfuhr ich, dass es weltweit sehr viele Menschen gibt, die nun nach der Nachricht vom Tode Bernds ähnlich fühlen. So schafft er eine Verbindung zwischen den Menschen noch über seinen Tod hinaus und ich fühle mich eingebunden.

Bernd Isert ist in meinen Augen einer der größten Menschenfreunde gewesen, die unsere Zeit hervorbringt und hervorgebracht hat. Ganz gegenteilig zu aktuellen Tendenzen, zu spalten und zu trennen, war Bernd Isert einer, der Verbundenheit gelebt und gezeigt hat. Er hat Menschen vieler Länder und in vielen Ländern miteinander verbunden, innere und äußere Verbindungen geschaffen und in seiner Welt Frieden gesät.

Im letzten Sommer hatte ich das große Glück, diesen wunderbaren Lehrer, Mentor und Freund im Metaforum SommerCamp in Abano Terme einmal länger zu erleben. Zuvor hatte ich mich ihm schon mehrfach in meinen NLP- und Coaching-Ausbildungen anvertraut. Immer hatte ich dabei einen weisen, liebevollen, fürsorglichen, sauber arbeitenden Menschen an meiner Seite, der mich mit Humor, Liebe und Können durch wichtige Prozesse führte. In den Coachings war er grandios.

Hätte unsere Welt mehr solcher Menschen, lebten wir im Frieden. Viele Menschen hat Bernd Isert bei vielen, tiefen Heilungsprozessen liebevoll und kundig begleitet und damit die Welt ein Stückchen besser gemacht.

Es gibt so vieles, was ich von Bernd Isert lernen konnte. Und es ist ein sehr warmes Gefühl, zu wissen, dass es vielen anderen Menschen auch so geht.

Ab und an erlebte ich, wie Menschen seine Art zu unterrichten kritisierten – ich lernte von ihm, nicht mehr auf alles zu schauen, was relevant sein könnte, sondern die Gabe, das Talent zu nähren, weiter zu entwickeln. Da ist es in meinen Augen ganz gleich, ob ein Hemd richtig oder falsch geknöpft ist. Oft sagte er lachend über sich selbst, er könne die Dinge nicht nacheinander unterrichten, er wolle doch alles, das große Bild weitergeben! Allein schon mit diesem Augenzwinkern und mit diesem Lachen vermochte er es, eine unverwechselbare Atmosphäre zu schaffen – die manche und mancher womöglich einfach nicht aushielt.

Bernd Isert war nicht perfekt und dennoch ein wahrer Meister. Seine Gaben hat er gelebt und den Menschen zur Verfügung gestellt. In meinen Augen hatte er so etwas wie ein Weltwissen – eine sich-weiter-entwickelnde Weisheit und Neugier.

Bernd Iserts große Verdienste um NLP und Coaching angemessen zu würdigen, ist mir wohl nicht vollständig möglich. Für mich hat er ein wunderbares Lebenswerk hinterlassen, das unbedingt und würdig fortgeführt werden muss! Er war Gründer und Geschäftsführer des Metaforum international, das u.a. mit seinen SommerCamps in Italien und Brasilien, Menschen und Methoden zusammenbringt, um miteinander und voneinander zu lernen. Er hinterlässt uns diese Projekte, auch seine Methoden, seine Skripte. Ich bin betrübt, dass die Idee eines gemeinsamen Buches keinen Raum mehr fand. Doch ich bin dankbar und auch stolz, dass ich meinen Teil beitragen kann und darf, Bernd Iserts Lebenswerk weiterzuführen. So verstehe ich es jedenfalls, dass ich beim

Pfingst- und bei SommerCamp in diesem Jahr zu den Dozent*innen gehören werde und mit ihm über Skype noch Absprachen dazu treffen konnte.

Dieser Beitrag drückt ebenso die Gedanken von Nicola Oßwald aus.

„Je mehr Liebe man gibt, desto mehr besitzt man davon.“ (R.M.Rilke)

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